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Abschluss in der Tasche, aber mein Job hat nichts damit zu tun?

Wenn du derzeit mitten im Studium bist, wirst du früher oder später jemanden kennenlernen, der dasselbe studiert hat wie du. Ihr werdet ins Gespräch kommen, übers Studium, die Professoren, die Zeit am Campus. Und früher oder später auch zu dem, was dein dir Gegenüber jetzt macht.

Im (für dich) besten Fall erzählt dir die Person jetzt von einem großartigen Job, in dem er oder sie jetzt genau das alles ausübt, was man euch im Studium beibringt.
Es ist aber auch durchaus möglich, dass er dir jetzt aber von einem Job erzählt, der etwas ganz anderes ist, als das, was er studiert hat.

In der heutigen Wirtschaft ist es eine echte Seltenheit, dass man jemand aus der Generation X oder Generation Y trifft, der sein Leben lang demselben Karriere-Pfad folgt.
Das ist nicht nur bei Menschen mit höherer Bildung der Fall, sondern wird auch bei Personen die “nur” einen Lehrabschluss haben immer mehr Gang und Gäbe.

Warum ist das so?
Warum haben unsere Eltern und Großeltern noch ihr ganzes Leben lang das gleiche gemacht?
Sind sie ihren Leidenschaften nachgegangen oder haben sie nur des Geldes wegen gearbeitet?

Die Entwicklung hin zum jetzigen Zustand, an dem jeder von uns sich in einem Job verwirklichen möchte, ist sehr tiefgründig, weswegen wir im heutigen Artikel uns alle diese Fragen anschauen werden.

Es war einmal: Europa in Armut
Unsere Eltern sind die Kinder von Menschen, die in der Nachkriegszeit aufgewachsen sind. Eine Zeit bitterster Armut.
Unseren Urgroßeltern ging es nur darum, dass ihre Kinder überleben. Die wenigsten haben sich Gedanken über den Sinn des Lebens und Selbstverwirklichung gemacht.
Genau diese Werte des Überlebens und der finanziellen Sicherheit haben die Großeltern unseren Eltern eingeprägt.

Es war einmal: Generation X - Der Wunsch nach Sicherheit
Als Nachkommen dieser Menschen, sind unsere Eltern in einer Gesellschaft aufgewacht, die vor allem eines groß geschrieben hat: Finanzielle Sicherheit - Ein stabiles, ausreichendes Einkommen.

In der Umwelt unserer Eltern war es nicht wichtig, was man arbeitet.
Unseren Eltern wurde von Kindheitsbeinen an eingetrichtert, dass Arbeit etwas ist, dass man nur des Geldes wegen macht, nichts was Spaß macht. Verdient man gut, ist alles andere nebensächlich.

Die Eltern von jedem von uns haben aber eines gemeinsam: Sie wollen, dass es uns besser geht als ihnen. Besonders in der Kindheit.
Wir sollen nicht all die Schwierigkeiten erleben, die sie durchgemacht haben.

Es war einmal: Generation Y
Wir sind die Generation der Selbstverwirklichung. Wir sind die, die aus ihrem Leben das machen wollen, wofür sie stehen. Die in ihrem Leben all ihre Ziele erreichen wollen. Aufgewachsen in einer wohlgehüteten Gesellschaft, ohne Armut, Krieg oder Hunger haben wir dank den davor gehenden Generationen den Vorteil, uns genau darauf fokussieren zu können.

In der Vergangenheit hatten nur Menschen aus äußerst wohlhabenden Familien die Möglichkeit dazu. Wir sind die erste Generation, in der jeder von uns die Chance hat.

Niemanden von uns steht die äußere Umwelt mehr im Wege, um seine Träume zu leben.
Das ist es, was es umso schwerer macht, in der heutigen Wirtschaft den richtigen Platz zu finden. 

Deine Interessen bleiben nicht gleich
Deine Interessen verändern sich im Laufe deines Lebens immer wieder. Wolltest du als kleines Kind nur den ganzen Tag mit „My Little Pony“ oder „G.I. Joe“ spielen, interessierst du dich jetzt eher für Netflix, Fitness und Fortbildung. Das ist ein Muster, dass sich Dein ganzes Leben lang so durchzieht. Du wirst Interessen verlieren und neue dazu gewinnen.

Das ist absolut in Ordnung, das ist einfach menschlich.

In der heutigen Wirtschaft hast Du auch das Glück, dass Du mit genug Verstand und Leidenschaft alles, was du willst ausprobieren kannst.

Die Wirtschaft ändert sich ständig
Wir leben im Zeitalter des exponentiellen Wachstums. Anstatt dass Technik sich schrittweise weiterentwickelt, verdoppelt sich das Wachstum von Jahr zu Jahr. Mit der rapiden Weiterentwicklung der Technik, entwickeln sich auch Jobs weiter. Manche Jobs adaptieren sich, andere sterben aus.

Heutzutage musst du anpassbar sein.
Das Gebiet, dass du heute studierst, kann in 20 Jahren bereits wieder ausgestorben sein.

Fähigkeiten sind übertragbar
Fachkenntnisse, die du dir in einem Studium aneignest, unterscheiden sich in jedem Gebiet massiv. Jedes Studium bringt dir aber generelle Fähigkeiten für dein Leben bei.

• Du lernst dich selbst zu motivieren
• Du wirst disziplinierter
• Du lernst deinen “Drive” zu finden
• Du wirst effizienter in der Nutzung Deiner Zeit
• Du wirst auf sozialer Ebene kompetenter
• Du lernst, wie man richtig lernt

All das sind allgemeine Lebens-Skills, die dir durch deine gesamte Karriere helfen werden. Fähigkeiten, mit denen du jeden Job meistern kannst.

Dein Studium war eine “Safe Choice”
Nach dem Abschluss der Matura wusstest du nicht, was du mit deinem Leben genau machen willst. Du hast viele Interessen, aber nichts bei dem du eine potentielle berufliche Festlegung gefunden hättest. Deswegen bist du den Weg gegangen den allzu viele Menschen bestreiten:
Ein Studium, dass du nicht ganz uninteressant findest, und dir nach dem Abschluss viel Geld bringt.

Wenn jemand ein Safe-Choice-Studium abschließt, ist die Chance weitaus höher, dass er danach was ganz anderes macht.

Anfangs Hui, zum Ende hin Pfui
Am Anfang schien dein Studium genau das zu sein, was du unbedingt wolltest. Die ersten paar Semester war alles genauso wie du es dir vorgestellt hast.

Bis es das dann irgendwann nicht mehr war. Erste Praktika in potentiellen Jobs nach dem Studium zeigen dir, dass es ganz und gar nicht das ist was du willst. Zum Abschluss hin ist es aber nicht mehr weit, weshalb du den Bachelor fertig machst. Du hast Fähigkeiten erlangt, die du auch in anderen Jobs anwenden kannst, weswegen es völlig ok ist das Feld zu wechseln.

Dein Studium bietet zu wenig Anstellungsmöglichkeiten

Es ist zwar ein Stereotyp, aber jeder Stereotyp beinhaltet einen kleinen Funken Wahrheit: Nicht mit jedem Studium hast du danach die besten Anstellungschancen.

Das beste Beispiel ist das Klischee vom arbeitslosen Philosophiestudenten. Jemand der Philosophie studiert hat, und danach das Studium in der Arbeitswelt umsetzen möchte, wird in einer Anstellung schlechte Chancen haben.

Dieser wird sein Studium nur umsetzen können, wenn er sich stattdessen Selbstständig macht.
Selbständigkeit ist aber nicht die optimale Lösung für Jedermann. Nicht jeder möchte sein eigener Chef sein. Weswegen viele die aus solchen Studiengängen kommen, nach dem Abschluss etwas ganz anderes machen.

Wie siehst du deine Zukunft in der Berufswelt?

Lass uns deine Meinung in den Kommentaren wissen!

irgendein komischer Typ

Daniel Mulec war seit 2008 drei Jahre arbeitslos und hatte sich in dieser Zeit von jemandem mit mangelnder Ausbildung und null Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu jemandem entwickelt, der heute als Data-Analyst bei Apple (über die Leihfirma Globetech angestellt) arbeitet. Seit 2015 schreibt er an einem Selbsthilfebuch für Arbeitslose namens “WeWillWork”. Die Texte daraus veröffentlicht er auch im gleichnamigen Blog.

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