Der Mozart Effekt: Hilft Musik beim Lernen?

Von Petra G. am 17-10-2017
0 Kommentare | 198 Views

Nein, hierbei handelt es sich nicht um Mozartkugeln.

Stehen schon wieder Prüfungen an? Versuchst du dich seit einer Woche zum Lernen zu motivieren? Starrst du die Buchseiten an und hoffst, dass sich das Wissen von selbst in deinen Kopf beamt? Dann lies weiter, um zu erfahren, wie du dir das Lernen einfacher gestalten kannst. Schon mal probiert beim Lernen Musik zu hören? Die richtigen Klänge fördern das Denken und können motivierend sein. Stell dir doch einfach vor, der Soundtrack von Herr der Ringe, Braveheart oder Game of Thrones dudelt im Hintergrund. Du sitzt an deinem Schreibtisch und deine Playlist schreit zur Schlacht auf. Nur bei deiner Schlacht handelt es sich eben um Formeln, Definitionen oder langwierige Texte. Motiviert schwingst du deine Feder um die anstehende Prüfung zu bezwingen.

Jetzt werden sich einige denken, das tu ich eh, aber bessere Noten springen nicht dabei heraus. Nicht jede Musik ist gute Lernmusik und jeder Mensch ist anders. Dem einen mögen die Klänge von Rockmusik helfen, sich auf seine Aufgabe zu konzentrieren, und andere brauchen eher Funkstille. Die Musikauswahl ist bekanntlich sehr vielfältig. Von Mozart und Händel bis Tom Waits und Deep House kann man in den Lautsprechern von Studierenden einiges hören.

Plattenspieler mit sanftem Hintergrund


Schon mal etwas vom Mozart Effekt gehört? Unter manchen Forschern ist er umstritten, andere schwören darauf. Aber nein, damit ist nicht der Einschlaf-Effekt gemeint, den klassische Musik bei so manchen Menschen hat. Im Gegenteil, Forscher haben herausgefunden, dass das Hören von sanfter klassischer Musik das Denkvermögen und die räumliche Vorstellungskraft fördern kann. Das heißt jetzt nicht, dass du nur noch Mozart beim Lernen hören sollst. Glücklicherweise haben amerikanische Forscher den Mozart Effekt ebenso bei Rock, Pop und weiteren Stilrichtungen nachgewiesen. Der Effekt ist abhängig vom persönlichen Musikgeschmack, denn wir sind alle anders und Geschmäcker sind verschieden.

Das Gehirn soll bei richtiger Musik aufnahmefähiger sein, wenn es dabei die richtigen Geräusche hört. Zu viel Text in deiner Lieblingsmusik greift jedoch direkt in dein kognitives System ein und hindert dich daran, beispielsweise den komplexen Text über Aristoteles nikomachische Ethik zu verstehen. Wir brauchen genau dieses Zentrum, das aufbrausende Musik beansprucht, um uns sprachliche Information zu merken. Ruhige und langsame Instrumentalmusik hat nachweislich keine negativen Folgen auf Lern- und Denkfähigkeit.

Musik ermöglicht das Lernen mit verschiedenen Sinnen und beschleunigt somit die Aufnahme von Information und deine Merkfähigkeit. Die richtige Musik kann somit also auch deine Lernfähigkeit steigern. Kennst du den Zustand, wenn du gar nichts mehr mitbekommst außer das Blatt Papier, das vor dir liegt? Musik hilft dir dabei, in deinen Flow zu kommen, und du weißt, du hast die richtige Playlist gefunden, wenn du nicht mehr mitbekommst, dass überhaupt Musik gespielt wird.

Kleiner Tipp, wenn die Motivation einmal ganz fehlt: Mach eine kurze Pause, steh auf, dreh ganz laut dein Lieblingslied auf und tanze grölend durch dein Zimmer oder deine Wohnung. Wenn du in der Bibliothek lernst, würde ich das nicht empfehlen, doch ein kleines Tänzchen hilft dir, dich zu motivieren und deine Laune zu steigern. Ebenso kannst du vor der Prüfung motivierende, Gute-Laune-Musik hören oder die Musik, die du beim Lernen gehört hast, abspielen. Wissenschaftler haben nämlich herausgefunden, dass Musik nachweislich Prüfungsangst lindert. Die Technik wendet man auch in Krankenhäusern an, wo Patienten die kurz vor eine Operation stehen, beruhigende Musik vorgespielt wird.

Hier ein paar Tipps:

  • Erstelle oder suche dir zu Beginn eine fertige Playlist. Es kann dich genauso ablenken alle 4-5 Minuten nach neuen Liedern zu suchen.
  • Bei der Auswahl der Lieder gibt es auch ein ungefähres Richtmaß. Ideal sind 56 bis 64 Schlägen pro Minute, da dies ungefähr dem Herzschlag eines Menschen im entspannten Zustand entspricht. Wenn du dir nicht sicher bist im Internet findet du sicher einen Zähler, der Beats per Minute deiner ausgewählten Lieder misst.
  • Suche dir Lieder, die du auch in deiner Freizeit hörst, wenn du Mozart und Co nicht ausstehen kannst, kann es genauso einen negativen Effekt erzielen.

 

Ob Mozart, Beethoven, Haydn, Vogelgezwitscher, Jazz, R’n’B, Rock, Pop, Hardcore, House oder Stille. Jeder Mensch ist anders und das ist gut so. Also probiere doch mal aus, welche Musik dir am besten hilft dich zu konzentrieren. 

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar.

Kommentar hinzufügen