Eine neue Sprache lernen - aber wie?

By Salome J. on 31-05-2016 0 Kommentare | 531 Views

Wie lerne ich am besten eine neue Sprache? 

Jeder von uns nimmt es sich vor, die wenigstens ziehen es wirklich durch:
eine oder mehrere neue Sprachen lernen.


Ob nun für den geplanten Auslandsaufenthalt oder die zukünftige Karriere – seit Jahren beabsichtigen wir eine weitere Fremdsprache in Angriff zu nehmen, doch irgendwie (wie so oft) scheint immer etwas dazwischen zu kommen:
Die Eigenmotivation fehlt, man hat weder Zeit noch Geld für Intensivsprachkurse und vor allem keine Geduld stundenlang am Schreibtisch zu sitzen und dabei monoton Vokabel- und Konjugationstabellen auswendig zu lernen, so mal das meiste eh nur im Kurzzeitgedächtnis abgespeichert wird und man nach einer Woche schon wieder alles vergessen hat.
Aber gibt es keinen anderen Weg Sprachen zu lernen?

Wie Fettes Brot schon in den 90ern zu sagen pflegten, lautet die Antwort darauf: „Jein.“

Denn so wie alles im Leben geht leider nichts ganz ohne Anstrengung.
So gehört auch das Wiederholen von Grammatik und Vokabeln, besonders zu Lernbeginn, zum Erlernen einer jeden Sprache dazu.
Jedoch existieren parallel dazu alternative Lern-Methoden, die je nachdem welcher Lerntyp du bist, unterschiedlich gut anschlagen können.

Hier also ein paar kleine Tipps und Tricks, wie du auch neben Studium und Arbeit effektiv Sprachen lernen kannst:


1.Filme schauen

(Für den audio-visuellen Typ)

Regelmäßiges Filme schauen lässt dich häufig erwähnte Vokabeln auch ohne viel Mühe oder ständiges Wiederholen leicht merken.

Heutzutage werden viele Serien und Filme in den verschiedensten Sprachen synchronisiert.
Im deutsch-, spanisch- und italienischsprachigen Raum sowie in Ungarn, Tschechien, der Türkei und der Frankophonie (Französisch sprechenden Ländern) werden fast alle ausländischen Filme in ihrer eigenen Sprache übertragen.
Wenn du also demnächst vorhast dir mal Harry Potter auf Spanisch anzusehen, kannst du das ohne Probleme tun. Vergiss jedoch nicht bei der Suche im Internet unbedingt den übersetzten Filmtitel einzugeben und nicht den Originaltitel.

In dem Fall, dass deine Sprachauswahl etwas exotischer ausfällt und nicht als gängige Synchronisation angeboten wird, rate ich zu Eigenproduktionen aus dem jeweiligen Land.
Das hat nicht nur den Vorteil, dass du dadurch die Originalfassung siehst, sondern gibt dir auch die Möglichkeit mehr über die Kultur des Landes zu erfahren.
Ich würde hier jedoch empfehlen, dass du dich vorab ein wenig über den Film informierst oder nach einer Fassung mit Untertitel in der jeweiligen Sprache suchst, da es sonst schwer fallen kann, inhaltlich im Film mitzukommen.


2. Musik hören
(Für den auditiven Typ)

Gesungene Sprache wird meist langsamer und klarer ausgesprochen und kann dir somit ein besseres Gefühl für Intonation und Aussprache geben.

Falls Koreanischer-Pop oder Finnischer Hard-Rock dann aber doch nicht ganz deinen Musikgeschmack treffen, bieten sich Audio-Bücher als eine gute Alternative an.
Einfach beim Einschlafen Handy nebens Kissen legen oder sich tagsüber beim U-Bahn fahren anhören.
So kann auch die Wegzeit zur Uni und zur Arbeit optimal zum Sprachen lernen genützt werden.

Anteil der Bevölkerung in europäischen Ländern, die Englisch sprechen kann.



3.Bücher lesen
(Für den visuellen Typ)

Zugegeben, Literatur in einer Fremdsprache zu lesen kann sich anfangs als etwas
anstrengend erweisen, so mal man gefühlt jedes zweite Wort nachschlagen muss.
Nichtsdestotrotz ist Lesen für die Visualisierung der Rechtschreibung ein gutes Training und lässt dich die Unterschiede zwischen gesprochener und geschriebener Sprache erkennen.

Ich empfehle anfangs Bücher zu nehmen, die du bereits in deiner Muttersprache gelesen hast. Dann fällt es auch leichter, Vokabeln die du nicht kennst sinngemäß zu ergänzen.


4. Regelmäßiges sprechen
(für alle Typen wichtig! – da visuell, auditiv und haptisch zugleich)

Der „Heilige Gral“ des Sprachen Lernens!
Oft zu selten praktiziert, ist es meiner Meinung nach die schnellste und effektivste Methode seine Sprachkenntnisse zu verbessern und ein Sprachgefühl zu entwickeln.

Ob nun durch Kulturfestivals oder durch das Internet und soziale Netzwerke - versuche Menschen zu finden mit denen du dich in ihrer Sprache unterhalten kannst. Auch sogenannte Sprachtandems sind eine hervorragende Gelegenheit um die Sprachkenntnisse zu verbessern. Hier trifft man sich einfach mit einer Person aus dem Land, dessen Sprache man lernen möchte. Im Gegenzug bringst du dieser Person die eigene Sprache näher.

Denn regelmäßiges Sprechen ermöglicht nicht nur Sprache in ihrem direkten Gebrauch zu beobachten, sondern erlaubt dir auch neu-erlerntes Wissen praktisch anzuwenden und dadurch besser und rascher einzuprägen.
Der Lernprozess erfolgt dabei wie bei Kleinkindern, die ihre Muttersprache allein durch den tagtäglichen Gebrauch bzw. der Interaktion mit anderen erlernen.
„Lernen wie ein Kind“ lautet also die Devise!

Doch das ist manchmal leichter gesagt als getan, denn einen Erwachsenen kostet es meist mehr Überwindung als einem Kind, sich in einer Sprache zu unterhalten, die er selbst nur unzureichend beherrscht.
Genau dann ist es jedoch besonders wichtig, auch bei einem holperigen Start nicht sofort das Handtuch zu werfen, sondern hartnäckig am Ball zu bleiben.
Immerhin ist Sprache lernen ein Prozess. Und zu einem Lernprozess gehört Fehler machen einfach dazu.
Es ist also ganz normal, dass du dich zu Beginn mit deinem Gegenüber wahrscheinlich mehr mit Händen und Füßen verständigen wirst als mit Worten.
Allerdings wirst du auch schnell merken, wie es dir mit jedem Mal etwas leichter fallen wird dich auszudrücken bis zu dem Zeitpunkt, wo du gar nicht mehr darüber nachdenkst, wie du etwas sagen musst – sondern es einfach tust.
In dem Moment setzt dann auch endlich das glorreiche Erfolgsgefühl ein, nach dem du dich solange gesehnt hast und das du dir redlich verdient hast.


Fazit
Versuche Sprache in deine Freizeit einzubinden, sodass du den Lernvorgang nicht als zusätzliche Anstrengung empfindest.
Dann verdoppelt sich nicht nur dein Lernpensum und die Eigenmotivation, sondern auch der ganze Spaß an der Sache!



Salome J. (22) ist eine unserer exzellenten Dauer-Gastbloggerinnen und studiert an der Universität Wien Transkulturelle Kommunikation in der Sprachkombination Deutsch - Englisch - Französisch.

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