Zwischen Bücherberg und Babybrei - Studieren mit Kind

By Kornelia S. on 22-03-2016 0 Kommentare | 464 Views

Zwischen Bücherberg und Babybrei - Studieren mit Kind.


Hörsaal, Seminare, Prüfungen und nebenbei noch arbeiten gehen – so sieht der Alltag der meisten Studierenden aus. Doch gut 10% der österreichischen StudentInnen haben ein oder mehrere Kinder. In diesem Fall kommt der Zeitplanung ein noch viel höherer Stellenwert zu. Auch die finanzielle Belastung mit einem Kind ist nicht zu unterschätzen. Am Anfang müssen einige größere Dinge, wie Gitterbett, Wickelgelegenheit, Kinderwagen, evtl. Autositz, … angeschafft werden. Möglicherweise muss man auch in eine größere Wohnung ziehen. Ist das Baby einmal da benötigt es Kleidung, Windeln, Nahrung, Spielzeug, … Und besonders in den ersten beiden Jahren passt Kleidung meist nur kurz weil die Kinder sehr schnell wachsen. Doch schon bei der Anschaffung dieser Dinge kann man sparen: man kann sich in der Familie oder im Freundes- und Bekanntenkreis umhören ob jemand gebrauchte Babysachen günstig abgibt.  

Aber trotzdem kostet natürlich alles Geld und das können Studierende beantragen. In Form von:  Kindergeld, Wochengeld, Familienbeihilfe, Studienbeihilfe und Sozial-/Kinderfonds der ÖH. 


Für das Kindergeld kann man, in Bezug auf die Dauer, unterschiedliche Modelle wählen (12+2, 15+3, 20+4, 30+6 Monate) – wichtig dabei ist auch, dass man die Nachweise der Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen fristgerecht an die Krankenkasse schickt, sonst wird die Auszahlung eingestellt. Es gibt auch die Möglichkeit eine Beihilfe zum pauschalen Kinderbetreuungsgeld zu beantragen. Das Wochengeld steht jeder Beschäftigten in Österreich während der Mutterschutzfrist (8 Wochen vor bis 8 Wochen nach der Geburt – in besonderen Fällen bis 12 Wochen nach der Geburt) zu. 

Die Familienbeihilfe beziehen in den meisten Fällen die Eltern der Studierenden für die Studierenden selbst. Natürlich kann sie nun für das Baby und die „neue“ Familie von den Studierenden beantragt werden.  

Die Studienbeihilfe kann wie von allen anderen Studierenden beantragt werden.  Einen sehr guten Überblick über alle genannten Unterstützungsmöglichkeiten gibt es hier.

Vergünstigungen:


Wie oben bereits erwähnt, ist es sinnvoll sich Baby- und Kindersachen gebraucht zu kaufen, zum Beispiel auf Flohmarkt.at oder Kindersachenbörse.at oder Willhaben.at

Besonders zu empfehlen sind auch die „Bipa Babydays“ – immer in der zweiten Woche des Monats - Montag, Dienstag, Mittwoch. Da gibt es (für BipaCard Kunden) alle Babyartikel -25% - das zahlt sich wirklich aus, denn besonders Windeln und Milchpulver sind teuer. Ist man Mitglied im Bipa Baby Club gibt’s auch immer wieder Gutscheine zum Sparen.  

In den Bundesländern (außer in Wien) gibt es den Familienpass. Dieser bringt Vergünstigungen in verschiedenen Bereichen: Geschäfte, Museen, Ausflugsziele, Theater, Konzerte, … In Niederösterreich und Tirol ist auch die Vorteilscard für Familien inkludiert.
Die Vorteilscard für Familien ist auch sehr praktisch. Sie kostet 19€ pro Jahr. Dann gilt sie für 1 Erwachsenen und mindestens 1 Kind (bis zu 4 Kinder unter 15 Jahren). Die Kinder reisen gratis, der/die Erwachsene zahlt 50% (wenn man am Schalter kauft 45%) weniger. Kinder von 0-5 fahren immer gratis.


Kinderbetreuung:

Die ÖH unterstützt Studierende mit Kind(ern) durch Zuschüsse aus dem Sozialfond und aus weiteren Fonds, zum Beispiel speziell für Kinderbetreuung. Besonders darüber sollte man sich sehr früh Gedanken machen und wenn möglich schon gegen Ende der Schwangerschaft bezüglich eines Platzes nachfragen und das Kind gleich anmelden. Das klingt sehr früh, aber in vielen Kindertagesstätten, vor allem in den Städten, bekommt man sonst keinen Platz für sein Kind. Viele Universitäten bieten eigene Kindertagesstätten an. Einen guten Überblick darüber findet ihr hier und auf den Websites der jeweiligen Universitäten. Die Kinderbetreuungseinrichtungen werden meist von den Universitäten getragen bzw. gefördert. 

Krankheiten stellen in Verbindung mit Kinderbetreuung immer eine Schwierigkeit dar. In diesem Fall kann man das Kind natürlich nicht in die Betreuungseinrichtung schicken. Krankheiten bei Kindern kommen und gehen oft sehr schnell. Am Abend schläft es ganz normal ein und am nächsten Morgen hat es fast 40° Fieber. Hat man an diesem Vormittag eine wichtige Besprechung oder gar eine Prüfung hat man ein großes Problem. Aus diesem Grund sollte man, besonders an Prüfungstagen, immer einen Plan B haben. Auf betreut.at findet man Leihomas und –opas, Nannies, Tagesmütter, …
Weiterführende Informationen und Adressen findet ihr auch in dieser sehr hilfreichen Broschüre und auf dieser Website.


Kornelia S. ist 29 Jahre alt, AHS-Lehrerin in Karenz, Mutter und Bloggerin ihres Familienblogs, auf dem sie weitere Informationen, Geschichten und Ideen zum Leben mit Kindern veröffentlicht.

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