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Vom Heimkommen und Ankommen nach dem Leben im Ausland

Von Sabrina R. am 09-02-2018

Im Ausland leben, das war schon lange mein Traum. Schon in der Oberstufe redete ich davon, ein Highschool Jahr zu absolvieren und im Ausland zu leben. Da ich an einer HTL war, ging das nicht, ohne ein Jahr zu wiederholen. Ein Jahr an der Schule zu wiederholen, nur um im Ausland leben zu können, wo ich dann wahrscheinlich viel Geld benötigen würde, wollte ich nicht. Deshalb setzte ich beim Studium alles auf eine Karte und bewarb mich für ein Auslandssemester. Australien sollte es werden, aus Kostengründen ging es dann aber in das eher weniger weit entfernte England. Im Master überlegte ich, ein weiteres Auslandssemester dranzuhängen, da das aber auch hier nicht ganz mit meinen Kursen funktionierte, entschied ich mich schlussendlich nach dem Studium für einen befristeten (Praktikums-)Job in Amerika.

Das Weggehen ist dabei für mich nie ein Problem gewesen, ich liebe es, meine Koffer zu packen, in einen Flieger zu steigen und im Ausland mein Zelt aufzuschlagen. Die umgekehrte Richtung allerdings ist dann schon eher schwieriger.

Daher erzähle ich euch von den Problemen, die nach dem Auslandsaufenthalt auftreten können.


Freunde und Familie können dein Leben im Ausland nicht nachvollziehen

Ich denke, das war für mich der schwierigste Punkt, den ich auch auf meinem Blog schon thematisiert habe. Man kommt nach mehreren Monaten nach Hause und will ständig nur davon erzählen, was man alles erlebt hat und dann muss man innerhalb kürzester Zeit mit Ernüchterung feststellen, dass sich kaum jemand für die Geschichten interessiert. Bilder haben sie schon auf Facebook gesehen, die Geschichten ab und an sehr sporadisch erzählt bekommen. Was gibt es also noch zu sagen? Nach meinem ersten Auslandsaufenthalt war ich ganz euphorisch und habe begonnen, jedem zu erzählen, was ich erlebt habe – nur um festzustellen, dass es niemanden die Bohne interessierte. Beim zweiten Mal erzählte ich dann überhaupt nichts mehr, wenn meine Freunde nicht von selbst gefragt haben, wie mir denn das Leben in Amerika gefallen hat und was ich erlebt habe.

Dich packt das Reisefieber

Auch schon vor meinen Auslandsaufenthalten liebte ich es, zu reisen. Nach meinen zwei Auslandsaufenthalten wurde das immer schlimmer und inzwischen verbringe ich kaum noch ein Wochenende zuhause. Zumindest in die Berge oder an einen See muss ich fahren, um meine Reiselust zu stillen. Die Welt ist einfach viel zu groß und es gibt so viel zu entdecken, dass ich nachwievor nicht weiß, wie ich das je schaffen werde.

Je langweiliger der Heimatort, desto mehr Fernweh

Den Drang, an einem coolen Ort zu leben, wo es mehr gibt als eine öde Stadt irgendwo im Flachland, weit weg vom Meer und den Bergen, den werde ich wohl nie ablegen. Meine Familie und meine Freunde verstehen absolut nicht, warum ich unbedingt immer weg will. Für sie ist Österreich das Heimatland, ein Land mit guter sozialer Kompetenz, ein Land wo man viele Vorteile hat. Auf der einen Seite sehe ich auch die Vorteile, auf der anderen Seite bin ich einfach nur genervt davon, in einer, für mich, so langweiligen Stadt wie Linz zu wohnen. Wer weiß, wie lange mich die Stadt hier halten wird.

Du beginnst, die Berge zu lieben

Ich war immer schon ein Naturmädl, aber nach den Auslandsaufenthalten stellte ich beide Male fest, wie schön unsere Natur ist. Das liegt wohl einerseits daran, dass wir so viele Berge und Seen haben, andererseits aber tatsächlich daran, dass man nach ein paar Monaten im Ausland beginnt, die Berge zu vermissen. Es ist doch wahrhaft immer so, dass man das, was einem zu Füßen liegt, nicht schätzt.

Alles in allem ist das Heimkommen und dann auch tatsächlich das Eingewöhnen nach einem Auslandsaufenthalt alles andere als leicht und die ersten Monate wusste ich beide Male nicht, wie ich mich jemals wieder in die Kultur eingliedern soll. Nachwievor sträubt sich das innere Ich, aber zu gewissen Teilen lebe ich jetzt auch wieder ganz gerne hier… So lange am Wochenende die Berge rufen ☺

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