STUDENTJOB
BLOG


​Artikel

Arbeiten auf Konzerten und Festivals: Wie man ein Konzert besucht und dafür bezahlt wird

Von Marilyn M. am 21-12-2017
Konzert


Als Student arbeitet man meist die klassischen Studentenjobs wie zum Beispiel kellnern im Restaurant, im Einzelhandel an der Kasse sitzen oder als Aushilfe im Büro, um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen bzw. sein Taschengeld aufzubessern. Mit dem bisschen Geld, das man sich am Ende des Monats zusammenkratzt, finanziert man sich so seine Freizeit, entweder um fortzugehen, shoppen – oder man kauft sich ein Ticket für ein langersehntes Konzert oder Festival. Wie wäre es aber, wenn man ein Konzert besucht UND für die Anwesenheit dort bezahlt wird? Im folgenden Artikel erzähle ich euch über meine verschiedenen Jobs, die ich bei Events und Festivals in den letzten Jahren machen durfte und berichte euch über die Vor- und Nachteile der jeweiligen Tätigkeiten:

  • Ordner bzw. Security
  • Ausschankkraft, Thekenkraft an der Bar
  • Merchandising-Verkauf 
  • Publikumsdienst bzw. Billeteur
  • Promotion

1. Ordner und Security
Ein weit verbreiteter Job sind wohl Ordner und Security auf einem Festival- und Konzertgelände. Ein Job für Frau und Mann! Obwohl diese Tätigkeiten überwiegend in Männerhand liegt, werden ebenso viele Frauen benötigt. Vor allem bei Einlasskontrollen dürfen weibliche Gäste nur von weiblichen Einlassordnerinnen durchsucht werden, dasselbe gilt auch vice versa.

Für diesen Job braucht man sehr viel Durchhaltevermögen und das bei jedem Wetter, denn je nach Position unterscheiden sich deine Aufgaben: Du kannst entweder beim Einlass die Besucher kontrollieren, einen Notausgang bewachen, Backstage aufpassen, wer hinein- oder hinausgeht oder du bist am Gelände unterwegs und für die Anliegen der Besucher zuständig.

Die Arbeitszeiten unterscheiden sich hier je nach Position und Konzert von 3-12 Stunden pro Tag, aber im Normalfall arbeitet man 4 Stunden bei Konzerten und bei Outdoor-Veranstaltungen zwischen 8 bis 12 Stunden pro Arbeitstag.

Das Besondere an diesem Job ist die ständige Abwechslung! Denn neben den verschiedenen Musikern, die auftreten, herrschen bei jedem Konzert andere Regeln und Abläufe, an die man sich halten muss. Auch das Publikum ist jedes Mal anders, denn bei einem Konzert von One Direction hat man mit anderen Leuten zu tun als bei einem ACDC-Konzert.

Was diesen Job schon einmal unangenehmer machen kann ist das lange Stehen, denn je nach Position musst du sehr stressresistent sein, sowie in der Lage sein, schnell und genau arbeiten zu können. Die Bezahlung liegt hier laut Kollektivvertrag bei einem Stundenlohn von 8,46€. An Feiertagen oder Diensten außerhalb Wiens gibt es meistens einen Zuschuss.

2. Ausschankkraft, Thekenkraft an der Bar
Ein weiterer beliebter Job ist als Ausschankkraft bzw. Thekenkraft. Vorkenntnisse aus der Gastronomie sind zwar vorteilhaft, aber nicht unbedingt notwendig. Das Beste hier ist, das man mitten im Geschehen ist! Du bekommst die Konzerte live mit und hast mit deiner Bar oft einen guten Blick auf die Bühne. Je nach Location unterscheiden sich deine Arbeitszeiten von 6 bis zu 10 Stunden, aber diese Zeit vergeht meistens wie im Flug, denn es ist ständig was los an der Bar. Vor allem kurz vor Konzertbeginn ist der Andrang am größten, denn da wollen die Besucher noch schnell ein Getränk holen. Hier musst du vor allem schnell, genau und sauber arbeiten, denn das Hantieren mit Getränken (öfters auch Essen) und Bargeld ist eine knifflige Sache. Vor allem wenn viel los ist, kann man schnell den Überblick verlieren, welcher Gast was bestellt hat und wieviel Restgeld man ihm ausbezahlen muss. Aller Anfang ist schwer, aber nachdem man sich etwas eingearbeitet hat, kann man bereits die Bestellungen aus den Augen der Gäste ablesen. Die Bezahlung liegt hier meist zwischen 8 bis 12€ pro Stunde, und mit dem Trinkgeld bekommt einen netten Überschuss.

Hier stehen vor allem Teamwork und hohe Belastbarkeit an erster Stelle, denn vor allem bei Festivals sind die Besucher besonders ungeduldig und dementsprechend unhöflich, wenn sie fünf Minuten auf ihr Bier warten müssen. Aber sobald das Konzert beginnt und der Andrang der Menschen verschwunden ist, kannst du zur Live-Musik singen und tanzen.

3.Merchandising-Verkauf 
Ein Geheimtipp unter den Konzertjobs ist der Verkauf von Merchandising-Artikeln. Im Gegensatz zu den Ordnern und Ausschankkräften wird hier pro Konzert nur eine Handvoll Leute gebraucht. Hier ist es etwas gelassener als an der Bar, denn als Verkäufer kannst du dir etwas mehr Zeit nehmen und den Besucher beraten, welches Tour-T-Shirt ihm besser steht oder ob eine Kappe doch besser wäre. Kurz vor Konzertbeginn wird es am stressigsten, denn da wollen meistens alle Besucher sich ein Erinnerungsstück ergattern.

Die Arbeitszeit beträgt hier einen ganzen Tag, da man schon Stunden vor dem Einlass da sein muss, um die Stände aufzubauen, die Ware zu zählen und alles im Verkaufsstand vorzubereiten, damit beim Verkauf alles glatt läuft. Auch nach Konzertende wird verkauft, die Abrechnung gemacht und der Stand abgebaut. Der Stundenlohn beträgt meistens zwischen 8 bis 10€. Ein besonderer Vorzug hier ist, dass man sich hier das Konzert meistens anschauen kann, bevor man wieder an die Arbeit geht.

4. Publikumsdienst bzw. Billeteur
Einen bequemen und regelmäßigen Job findest du im Publikumsdienst. Hier bist du bei einem Veranstaltungsort wie im Konzerthaus oder im Theater angestellt und bist das „Gesicht“ dieser Location. Dieser Studentenjob bietet sich vor allem an, wenn du neben dem Studium regelmäßig am Abend für ein paar Stunden arbeiten möchtest. Die Dienste hier sind recht kurz, deine Aufgaben als Billeteur sind routiniert und etwas eintönig und das Publikum ist im Vergleich zu Großkonzerten überschaubar. An jedem Veranstaltungsort gibt es grob drei Aufgabenbereiche: Einlass, das Foyer und der Konzertsaal bzw. -halle.

Die Aufgaben hier sind im Großen und Ganzem recht entspannt und je nach Location gibt es mehr oder weniger Zusatzpositionen wie Backstage den Notausgang bewachen oder beim Buffet aushelfen. Das zeigt sich auch bei der Bezahlung, denn laut Kollektivvertrag bekommt man in Österreich 6,70€ pro Stunde.

5. Promotion 
Weiters sind Promotion Jobs bei Konzerten beliebt. Die Hauptaufgabe hier ist das Bewerben einer bestimmten Firma oder eines Produkts, indem man Flyer bei den Eingängen verteilt oder Goodies an die Besucher aushändigt, wie auch ab und zu die Leute dazu animiert, bei einem Gewinnspiel mitzumachen. Die Arbeitszeit hier ist recht kurz, und im Durchschnitt bis zu 4 Stunden bzw. bis das Konzert beginnt. Meistens werden nach dem Konzertende weitere Flyer, Gutscheine oder Goodies verteilt. Als Promoter bekommt man im Regelfall ein Zuschauerband und darf sich als Bonus neben oder statt der Bezahlung das Konzert ansehen. Ein besonders praktischer Job, wenn das gewünschte Konzert bereits ausverkauft ist, aber man trotzdem dort sein möchte!

Teamwork, Stressresistenz und die Freude, anderen Menschen zu helfen und mit denen zu arbeiten, sind das A und O aller Jobs im Veranstaltungsbereich. Jeder Job hat seine positiven und auch negativen Seiten, aber bei einem Konzert oder Festival zu arbeiten macht Spaß und ist empfehlenswert, wenn du etwas Neues ausprobieren möchtest.

Kurz zu meiner Person: Mein Name ist Marilyn und ich bin eine 21-jährige Studentin der Publizistik- und Kommunikationswissenschaften an der Universität Wien. Mein allererstes „Konzert“, das ich besucht habe, war der erste Live-Auftritt vom Künstler Leftboy im WUK im Jahre 2012, damals war ich 16 Jahre alt. Ein Jahr später hatte ich meinen ersten Job als Ordnerin beim Paul McCartney Konzert im Ernst-Happel-Stadion, und seit dem arbeite ich auf verschiedensten Konzerten, Festivals und Veranstaltungen und teile meine Erfahrungen auf meinem instagram-Profil www.instagram.com/marilynthesecond mit der Welt!

Kommentare

  • Ted76:

    22-12-2017

    Hab mich schon immer gefragt wie diese jobs so sind. Hört sich gut an. Cooler text!

  • Dano:

    22-12-2017

    Du schreibst so toll, ich würde dich voll gerne mal kennen lernen!

  • Vinzenz H.:

    22-12-2017

    Danke für diesen ausführlichen Artikel! Ich lasse es mir jetzt wirklich durch den Kopf gehen, statt nur im Handel langweilig an der Kasse zu sitzen. Klingt sehr spannend! :)

  • Dina L.:

    22-12-2017

    Wow, da kriegt man gleich Lust selbst bei Konzerten zu arbeiten.


Kommentar hinzufügen